Die Leuchtturmtour

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Tuletornisafari

Hiiumaa kann auf verschiedene Arten entdeckt werden: mit dem Rucksack auf Wanderschaft, unter Anleitung eines Führers an besonderen Orte oder man kann sich mit Hilfe einer Karte, eines Reiseführers und dem Internet selbst Routen erstellen und die Insel entdecken. Die so genannte Leuchtturmtour ist eine gute erste Wahl für so eine Tour.

Woher kommt der Name Leuchtturmtour? Es ist die Neuauflage einer alten Idee.

In den frühen 1990er Jahren kam Douglas Wells, der für das Friedenscorps arbeitete, aus dem fernen Nebraska als Freiwilliger nach Hiiumaa. Er hat ein Buch über sein Leben in Estland mit dem Titel „Yankee-Abenteuer in Hiiumaa“ geschrieben. Eines der Dinge, mit denen er Hiiumaa geprägt hat, waren besondere Objekte und Orte, die er entdeckt hatte und das dazugehörige Buch mit Erklärungen. All dies war für Touristen gedacht, die ein Auto hatten und auf der von der einstigen Sperrzone befreiten Insel ankamen. Jetzt gibt es neue und moderne Informationstafeln, aber das Buch bleibt ein Klassiker. An den interessanten Objekten hat sich einiges geändert – aber die Idee selbst ist geblieben. Das bedeutet, dass die Leuchttürme mit ihren Lichtstrahlen wie Wegweiser für die Entdeckung der Insel Hiiumaa sind.

Die folgenden Haltestellen liegen auf dem Weg:

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Nicht alle von uns sind als Segler geboren, aber Sie können einen kleinen Teil des Meeres auch von Land aus erleben. Besonders natürlich, wenn dieses Land die Insel Hiiumaa ist. Warum wurden Leuchttürme gebaut, wie werden Häfen ausgebaut, ab wann fuhren die ersten Schiffe aus Stahl statt Schiffen aus Holz und gibt es überhaupt noch Fische im Meer? Bleiben Sie mit dem Meer in Kontakt und Sie werden viel darüber lernen.

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Hunderte von Jahren war Schwedisch die vorherrschende Sprache im nördlichen Teil von Hiiumaa, weil hier Küstenschweden lebten. Sie selbst bezeichneten sich eher als Hiiu-Schweden. Ihre größten Siedlungen oder Dörfer waren Reigi und Kärdla. Leider geschah es, dass 1781 fast 1.000 dieser Menschen, Reigi-Schweden, auf den Weg in die heutige Ukraine geschickt wurden und die Kärdla-Schweden zu Beginn des 19. Jahrhunderts entweder auf die Insel Vormsi oder in die Region Noarootsi in der Nähe Haapsalus umsiedelten. Die Verbliebenen wurden nach und nach zu estnischsprachigen Inselbewohnern. Man kann jedoch immer noch Vieles erkennen, was leicht mit den auf der Insel “Dagö”(schwedisch für Tagesinsel) oder Hiiumaa lebenden Schweden in Verbindung gebracht werden kann. Seien es Ortsnamen, Kirchen, Bauernhöfe oder Sonstiges.

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Wie sie glauben, was sie glauben, an wen oder mit welchen Ritualen die Menschen das tun, hat sich im Laufe der Zeit geändert. Ab dem 13. Jahrhundert wurde die Verehrung von Naturgottheiten wie schützenden Bäumen, so genannten Erdenmüttern und Quellgeistern durch die Bekehrung zum monotheistischen Christentum ersetzt. All dies brauchte Zeit, und noch heute kann man die heiligen Bäume (Tärkma-Eiche und Ülendi-Linde) besuchen. Unter den Heiligtümern des Christentums können Sie große Pfarrkirchen auf der Insel (z. B. Pühalepa aus dem 13. Jahrhundert), kleinere Kirchen oder Kapellen (z. B. Kassari), orthodoxe Kirchen (z. B. Kuriste) sowie Gotteshäuser anderer religiöser Gemeinschaften(z.B. Herrenhuter, Baptisten oder Pfingstler) sehen. Daneben gibt es Pastorate (wie Reigi), Friedhöfe (wie Kuri) und Pfarrhäuser (wie Käina), die eng mit dem religiösen Leben verbunden sind. Es lohnt sich, das alles zu erkunden.

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Eine lange, fast 600-700-jährige Periode der estnischen Geschichte kann mit dem Begriff “Zeit der Gutshöfe” zusammengefasst werden. Aus dieser Zeit sind in Hiiumaa etwa 30 Gutshöfe bekannt, darunter kirchliche und pastorale Höfe. Gutsherren und Gutsverwalter, meist Baltendeutsche, beeinflussten das örtliche Leben maßgeblich, indem sie große Grundbesitze mit den darauf lebenden leibeigenen Bauern bewirtschafteten. Die herrschaftliche Ordnung förderte und verursachte Ungerechtigkeit, einschließlich wirtschaftlicher Nötigung und sozialer Ungleichheit. Andererseits erreichte uns über die Gutshöfe viel Neues aus der weiten Welt, seien es neue Arbeitsmethoden, Pflanzensorten, Rezepte oder Entwicklungen im Schul- und Kirchenwesen.

Anfang des 20. Jahrhunderts ging die Zeit der Gutshöfe zu Ende. Während der Zeit der Republik Estland (1918-1940) gab es noch einige funktionierende staatliche Gutshöfe und Landgüter, die an Vorbesitzer verpachtet wurden, aber das alte Gutshofleben existierte nicht mehr. Dann brach dieses langlebige wirtschaftliche und politische System für immer zusammen. In den Gebäuden und Ländereien der Herrenhäuser begannen neue Eigentümer zu wirtschaften, seien es ehemalige Gutsarbeiter, Landwirte, Unternehmen oder der Staat selbst. Viele große und prächtige Gebäude verfielen im Laufe der Zeit aufgrund eines fehlenden, sich kümmernden Eigentümers und Geldmangels.

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